Die kopf- und beinlosen Fliegenmaden können sich mit Körperkrümmen unbeholfen fortbewegen und ernähren sich von den Faulstoffen (Substrat), in denen sie geschlüpft sind. Sie wachsen heran, häuten sich zweimal und durch hormonell gesteuerte Verhärtung der Haut entwickeln sich die Larven anschließend zu Tönnchenpuppen. Innerhalb einer solchen Puppe beginnt eine Verwandlung, die je nach Temperatur 3 bis 8 Tage dauert. Will die dann entstandene Fliege ihr Puppentönnchen verlassen, so tritt durch Pressen eine Blase aus der so genannten Bogennaht an ihrem Kopf aus. Damit sprengt die Fliege den Tönnchendeckel auf und beginnt zu schlüpfen. Schon 3 Tage nach diesem Schlüpfakt paaren sich die Stubenfliegen und anschließend sind die Weibchen zur ersten Eiablage bereit.
Hmm, da haben wir das Problem. Sie sind so viele und wir so wenige. Und wenn ich mit meiner selbstgemachten, etwas überdimentionierten Fliegenpatsche immer gewandter auf Jagd nach den Sendboten des Teufels gehe, kommen Hinweise auf die mangelhafte Ästhetik meiner Patsche. Ich solle doch nach Marraksch fahren und mir eine schöne, elegante Plastikpatsche kaufen, die gäbe es ganz billig im Souk. Und überhaupt, die toten Fliegen am Boden seien auch unästhetisch. Meinen Hinweis, dass die toten Fliegen nach 12 Tagen zu einem dunkelgrauen Pulver zerfallen, da sie ja aus Chitin, einem helixartigem Traubenzuckerpolymer bestehen, lassen sie nicht gelten. Und überhaupt, was ist denn bitte ein Glukosepolymer, nie gehört. Und ausserdem seien es viel, viel weniger Fliegen, seitdem ich meinen Feldzug vor 10 Tagen gestartet habe. Ich solle zufrieden sein, mit dem status quo, so gut sei es noch nie gewesen.
Ich erinnere Yussuf und Simon daran, was ich vor 14 Tagen gesagt habe:
'I don't accept flies !'. Diese meine Feststellung stiess zu diesem Zeitpunkt auf völligen
Unglauben, ja sie löste Verwunderung und Heiterkeit aus.
Dann kam die lange Nacht der Essigattacke. Die beiden Brüder hatten sich auf einen der üblichen relaxeten Abende gefreut, lagen faul auf einer Binsenmatte im Patio herum, hingeräkelt wie eine Odaliske(Haremsdame), die einen spacecake zum levèr verputzt hat.
Ich hatte am Morgen eine ziemlich ernsthafte Gardinenpredigt über Yussuf, den wacheren und agileren der beiden Brüder, herunterprasseln lassen, in der ich Parolen fielen liess, wie "Du musst endlich aufwachen", "So geht das nicht, ich halte diese marokkanische Trägheit einfach nicht länger aus.", "Du musst etwas aus deinem Leben machen, du bist erst 32 Jahre alt", usw. usw
Jussuf hat mich ernst genommen. Er wartete schon lange auf eine Chance, seinen 2 lange Jahre währenden Schlaf am wärmenden Ofen der Träume und Illusionen zu beenden und los zu legen.
- Gegen Sonnenuntergang -
"Hey, let us do something tonite, let us get rid of the flies. Yu know, I don't accept the flies." ....
"Hmmbbrr"
"Do you know, there is a Lord of the flies !?"
Hmmgr
"You know who is the Lord of the flies?"
"Who ?"
"It's the the Devil, der Teufel, it's Schejtan".
"Oh, Sheytan. Sure?"
"Yes, sure. You can proof yourself. Which color flies?"
"Ähhh, black je pense"
"Righty right. Les mouches, distribues les maladies, c'est vraie ?
"Mais oui, c'est vraie, je connaie un Mac de Mali, il a un maladie des yeux,
he's almost blind. He say, the maladie, it came from files."
"From flies. Not files. Files you find in the ordinateur.
The flies, ... they molestate, they disturb. And they are somehow ugly, are'nt they ?"
"So, du meinen, Fligen sein von schejtan, böse Geist ?"
"Ja, genau, korrekt. Es gibt von J.P. Sartre ein Theaterstück, das heisst 'Die Fliegen', 'les mouches'. Ist ein klassisches Stück. Traditionelle, tu comprend, my friend. Classique. It's about a royal family in Ancient Greece. It's about Orestes and Elektra. They are Prince and Princess. Their city, Theben, is in trouble. The flies have come to them, Myriads, Millions, Billions of flies. Dark clouds, night and day. They bring maladies. The people are veeery unhappy, they are not amused. So, Orestes sacrifices himself, he leaves the city for ever and the flies follow him. He takes away the sins from his people und takes sins on his own back, on his shoulders, in his mind. A liiitlle biit like Jesus did."
"This is from Koran ?"
"No, Sartre. .... Existenzialist. Literature. Politik. Simon de Beauvoir. Free Sex. Not jealous, when she fucked somebody else. Philosoph. Baader-Meinhof."
"Ah, B'ddrrr-Min'of. I know them. Good german people. Many bumm-bumm.
Big Bumm-Bumm"
"Äh, yes."
"So, what d'you think? We kill tonight the flies. In the kitchen. Die gehen mir auf den Sack. Ich will das nicht. Ich kenne alte deutsche Methoden, um die Fliegen zu killen. Made in Germany, with garantia."
"Que'st que c'est, garrrrantia ? Et que'st que c'est, Sac ?"
"If it does'nt work, money back. garrantia. Sack, hmm, forget it."
"Ah, you smart man. You know maaaanny things."
"OK. Also. Die Fliegen essen unser Essen in der Küche. Alles. Die Marmelade des fraises, deinen Azuckar, den du immer in deinem Kass lässt. Die Sauce von der Tagine auf dem Tisch und auf dem Boden. Und vor allem diesen Schmier, diesen chewing gum auf den bouteilles de les espices et tout ca.

....
So. Wir müssen alles, aber wirklich alles aus der Küche rausholen, in den Garten. Alles. Ich mach den Scheiss sauber, Simon, du hilftst mir. Yussuf macht frischen Kalk und weisst die Wände, wie gestern in Toillete.
Dann ich mache mixture aus Wasser und 10% Essig und ich mache in die grüne Flasche, die ich in Had Dra gekauft habe, für die plantes.

Und dann ich machen alles in Küche und alles P'sstell und Topf und pan und alles in eine Wolke von dieser mixture. Das ist altes Rezept gegen Fliegen aus Alemania.
Und dann. In meinem Wikiwiki steht, dass die Fliegen mögen kein blau. Also .."
"Was blau ?"
"La couleur bleu, blue color. They don't like blue color. So we paint the wall in front of la porte blue. So, when the flies see the bleu couleur, when they come from door to enter kitchen, they make U-turn straightaway."

"Kann ich machen das Blau? Ich nicht will machen die Teller und Topf schmutzig"
"You mean, you don't want to clean the dishes and stuff"
"Ja, nicht machen Teller schmutzig"
"Ach so, ich verstehe. Freud hat in einer seiner anthropologisch gestützten Arbeiten nachgewiesen, dass die menschliche Ursprache ein interessantes Parodoxon aufweist. Für viele zentrale Begriffe wie heiss-kalt, hell-dunkel oder Tag-Nacht gab es nur ein einziges Wort, dessen Bedeutung aus dem Kontext heraus klar wurde. Bei der späteren Differenzierung der Sprachen erforderte dieses Parodoxon eine semantische Differenzierung der Dualität. Dies führte dann vielfach zu weiteren Paradoxien. Beispiele sind kalt-caldo, heiss-Eis und . Freud griff dieses linguistische Phänomen auf und leitete daraus neue Begriffe bzw. Konstrukte ab. Er erkannte die immense Psychodynamik der Ambivalenz, den Dualismus von Es und Über-Ich und die mörderische Zerreisprobe für das Kind, dass in der ödipalen Triade gefangen bleibt. Hmm, das fällt mir zu den schmutzigen Tellern ein. Ok. Du kannst die Dekoration machen, Simon, wenn wir fertig sind."
"Ich kann gut relaxen jetzt. Make the good music from yesterday, this 'Dead can dance'. I like this noises of animals in the night."
...
"Peter, are you hapy ?, You like some tea maybe? Or I make you good kiff-pipe."
"Jaaa, ok. Mach Tee, Simon, und préparation de kiff, aber lass nicht so viele semen drin, wie das letzte mal. Ich habe dir gesagt, in den semen von kiff ist Kaliumzyanid. Veeeery dangeroous."
"Du bist fou. Diese kleine semen kannst du geben oiseau zum Essen und er machen tschii tschii für dankeschön".
"Egal. Yussuf, fangen wir an. In 5 Stunden wir sind fertig mit alles. Insch'allah. Dann wir machen gutes petit dejeuner. Du weisst schon, wie ich es mag. Oregano-Chapatis mit Margarin und diese gute Bittere Orangen Jam. Und andere Chapati ich mache drauf Peanutbutter, oben Gurkescheibe, etwas Salz. Und jeder 1 Ei, dazu Nescafé mit pudre de lait, Nido, du weisst schon.
.......
.......
...............
'Waiting for the sun'. You know. That old title from Pink Floyd, Umma Gumma it was, I think."
"Umma Gumma veeery gooood. "
"Inschallah, so we start now! Actione directe. A la dominicana. As I told you. We have idea, we discuss, we do it. Immediately. The dominican way. You know, I told you abaout veeery black people in Caribic. Dom Rep. You know. Actione directe."
"Actione directe ?"
"OK, Yussuf stand up. Ok, now come with me in the kitchen, we take out every thing. Cham'd'ullah"
"You are veeeery clever man. Made in Germania. with garrantia. Inschallah, I come."
......
this is to be continued.
Ein paar Grussworte von Simo:
libiti bito limabiti mabito arab. Sprichwort.
Was du nicht willst, dass man dir tut, tu nicht dem anderen.
hallo
simo ragragi ben sheref lamaachi ben lahbib ist mein nom.
welkomen in inbladna in marooko, meine gegend. reiche menchen. famelli origenal correct und freundlecht super.
willkommen bei uns in unser propriete, leben und lachen und essen und schleifen
ciao simo
machbilikum kulkum
willkommen alle miteinander


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